Gibt es hier keine Trendwende, dann mache ich mir Sorgen – sowohl über die Verfügbarkeit sauberer Energie als auch über die Erreichung der Klimaziele.

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Rechenzentren benötigen eine erhebliche Menge an Ressourcen, vor allem Strom. Die Betreiber tragen demnach eine große Verantwortung, den Betrieb nachhaltig zu gestalten. Ich bin der Meinung, dass das nicht nur aufgrund rechtlicher Verordnungen geschehen sollte, sondern auch aus eigener unternehmerischer Verantwortung heraus. Also aktiv und nicht reaktiv für einen dauerhaft klimaschonenden Betrieb sorgen. maincubes stellt dafür eine eigene Nachhaltigkeits-Agenda auf und engagiert sich zudem als Praxispartner für Forschungsprojekte. Denn es ist uns sehr wichtig, die Zukunft aktiv mitzugestalten. Was wir dafür allerdings brauchen, sind nicht nur Industrie-Lobby-Verbände, sondern Initiativen wie die vom Verband Innovatives Rechenzentrum e. V. (VIRZ), der sich unter anderem aktiv dem Thema Nachhaltigkeit widmet. Nicht nur reden, sondern auch handeln. Nicht nur Positionspapiere verfassen, sondern auch Lösungen erzeugen. Dass VIRZ der optimale Sparringspartner ist, war mir schnell klar.

Für die Rechenzentrenbetreiber in Europa gibt es mit Aussicht auf 2030 ohnehin einen wichtigen (EU)-Meilenstein: die Erlangung von 100 % Klimaneutralität – und zwar ohne Emissionszertifikate. Das bedeutet aber auch mehr als nur Ökostrom. Die Eckpfeiler für eine zuverlässige Versorgung mit erneuerbaren Energien sind längst bekannt. Erzeugung und Netzausbau sind geplant, künftige Bedarfe kalkuliert. Die Forschung hat längst beschrieben, wie Energiewende geht. Was wir brauchen, sind zielführende Investitionen einer klugen Politik. Es ist auch kein Geheimnis, dass der Energiebedarf der Datacenter im Rahmen der weiteren Digitalisierung nicht sinken, sondern steigen wird. Und genau daran müssen jetzt alle arbeiten. Die grundsätzliche Steigerung der Effizienz in allen Bereichen, um so Ressourcenschonend wie möglich zu wirtschaften.

Den notwendigen Weg von mehr oder weniger beabsichtigtem Greenwashing zum Green Deal schaffen alle nur gemeinsam. Alle an der Digitalisierung beteiligten Unternehmen stehen in der Verantwortung, Prozesse zukunftsorientiert zu gestalten. Gibt es hier keine Trendwende, dann mache ich mir Sorgen – sowohl über die Verfügbarkeit sauberer Energie als auch über die Erreichung der Klimaziele.

Antje Tauchmann (geb. 1976) hat im Fachbereich Informatik & Medien, Media Production studiert und als Diplom-Ingenieurin abgeschlossen. Sie war danach in Wissenschaftsverlagen tätig. Dort auch in leitender Funktion. Es folgte Engagements in Kommunikationsagenturen. Diese unterlagen auch Teamverantwortungen. Die Betreuung von internationalen Kunden aus den Bereichen Health, Travel und IT wurde über Jahre von ihr begleitet. 2017 wechselte Sie in die Rechenzentrums-Branche und verantwortete bei maincubes das operative Marketing. 2018 wurde Sie in den Vorstand der GERMAN DATACENTER ASSOCIATION (Sitz Frankfurt am Main) berufen, in dem Sie bis Ende 2019 aktiv war. Seit 2019 trägt Sie als Head of Marketing die Verantwortung für die Unternehmenskommunikation und gesamte europäische Personal- und Budgetverantwortung des Bereichs Marketing. Sie ist verheiratet, hat 3 Kinder und ist ehrenamtlich in der Kommunalpolitik engagiert.

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  1. Herzlich Willkommen bei VIRZ. Jede Person, Unternehmen die sich im Bereich der Energie und Nachhaltigkeit engagieren, bringen und als VIRZ weiter und tragen dazu bei, die Zukunft unseres Planeten „Erde“ zu verbessen. Im Innovation-Resort „Energie“ behandeln wir alle Themen rund um die Energie und Nachhaltigkeit und diskutieren gemeinsam innovative Lösungsansätze.

  2. Ich freue mich auf den konstruktiven Dialog mit MainCubes in unserem Verband. Vor allem stimme ich Antje in dem Punkt zu, dass es neben den rechtlichen Regelungen die unternehmerische Eigenverantwortung ist, die Klimaschutz in unserer Gesellschaft vorantreiben wird, und als innovativer Impuls auf andere Länder und Kontinente wirken kann. Dazu braucht es vor allem die Entwicklung von Innovativen Geschäftsmodellen, die VIRZ mit seinen Mitgliedern vorantreibt. VIRZ ist der „Melting Pott“ der Gewerke und wir schauen immer auch über den Tellerrand hinaus auf andere Branchen, Trends und Innovative Entwicklungen. In diesem Sinne: Experten verstehen Experten!

  3. Ich würde vorschlagen, hier mit der Optimierung der IT im RZ anzufangen. Z.B. wird nur 50% Energie benötigt, wenn anstatt 100 Server nur noch 50 benötigt werden. Das bedeutet: eine Kontrolle der Applikationen bezogen auf die benötigten Geschäftsprozesse und dann Optimierung.
    Weiterhin kann mit der Optimierung der physikalsichen Server z.B. durch Einsatz von GPUs bzw. durch Einsatz der „richtigen“ Server mit GPUs die Performance signifikant verbessert werden. Dieser Hebel ist innovativ und wirkt sofort!

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